Wer in Deutschland einen Onlineshop betreibt, kennt das Gefühl: Kaum hat man alles im Griff, kommt die nächste Richtlinie. 2026 ist dabei kein normales Jahr, gleich mehrere neue Pflichten greifen, und die deutschen Abmahnkultur sorgt dafür, dass selbst kleine Verstöße teuer werden können.
Hier bekommst du einen praxisnahen Überblick: Was ändert sich wann, was gilt schon längst, und wo kannst du mit den richtigen Tools entspannt durchatmen.
Inhalt
Pflicht ab Juni 2026: Der Kündigungsbutton
Wenn du Abonnements, digitale Produkte oder andere Dauerschuldverhältnisse verkaufst, brauchst du ab dem 19. Juni 2026 eine elektronische Kündigungsfunktion: direkt im Shop, klar beschriftet, nicht hinter drei Support-Mails versteckt.
Die aktualisierte Verbraucherrechterichtlinie (EU) 2023/2673 schreibt vor: Die Kündigung muss genauso einfach sein wie der Kauf. Ein gut sichtbarer Button, der den Kunden in wenigen Klicks durch den Prozess führt.
Shopify-Shop? Für genau diesen Zweck gibt es den Widerruf Button – eine App, die rechtskonforme Widerrufs- und Kündigungsfunktionen direkt in deinen Shopify-Shop integriert, inklusive deutscher Rechtstexte. Deadline im Blick behalten und rechtzeitig einrichten.
So geht’s: Widerrufsbutton in Shopify rechtssicher einfügen

Barrierefreiheit: Kein Nice-to-have mehr
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) setzt die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit (EAA) in deutsches Recht um. Und betrifft viele Onlineshops, die an Verbraucher in der EU verkaufen. Was das konkret bedeutet:
- Navigation und Formulare müssen per Tastatur bedienbar sein
- Screen-Reader-Kompatibilität ist Pflicht
- Checkout-Prozesse müssen barrierefrei gestaltet sein
- Beschriftungen und Buttons müssen eindeutig lesbar sein
Wer seinen Shop auf WordPress und WooCommerce betreibt, sollte jetzt ein Accessibility-Audit einplanen. Technische Anpassungen brauchen Zeit, und Verbraucherschutzverbände werden hier zunehmend aktiv.
Produktsicherheit: GPSR gilt jetzt
Die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) ist seit Ende 2024 in Kraft und betrifft jeden, der physische Waren online verkauft. Konkret heißt das:
- Rückverfolgbarkeitsinformationen auf Produktseiten
- Hersteller- oder Importeursangaben sichtbar machen
- Produktsicherheitsinfos online bereitstellen
- Rückrufprozesse dokumentieren
- Für Nicht-EU-Hersteller: eine verantwortliche Person mit EU-Sitz benennen
Besonders Dropshipper und Händler, die von außerhalb der EU einkaufen, werden hier oft kalt erwischt. Wenn du über WooCommerce oder Shopify Produkte aus Drittländern verkaufst, prüf deine Produktseiten jetzt.
Verpackungen: Doppelte Pflicht
Wer physische Waren nach Deutschland versendet, kennt die Verpackungsgesetz-Pflicht (VerpackG), LUCID-Registrierung und Teilnahme an einem Dual-System. Wer das noch nicht gemacht hat, riskiert, von Marktplätzen gesperrt zu werden.

Neu dazu kommt ab August 2026 die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die strengere Recyclingpflichten und erweiterte Herstellerverantwortung einführt. Grenzüberschreitende Händler sollten ihre Verpackungsmaterialien bereits jetzt auf den Prüfstand stellen.
Preistransparenz: Der Omnibus gilt, und wird durchgesetzt
Die Omnibus-Richtlinie ist nicht neu, aber in Deutschland wird sie konsequent abgemahnt. Die wichtigsten Regeln:
- Bei Rabatten muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage ausgewiesen werden
- Bewertungen müssen als geprüft oder ungeprüft gekennzeichnet sein
- Fake-Countdowns und künstliche Knappheit sind illegal
Dynamische Preissetzung ist ein mächtiges Werkzeug, sie muss aber transparent passieren. Wer Sale-Preise oder Preisregeln über Plugins steuert, sollte prüfen, ob die Darstellung im Frontend die 30-Tage-Anforderung korrekt abbildet.
Grenzüberschreitend verkaufen: VAT und OSS
Wer in mehrere EU-Länder verkauft, kommt am One Stop Shop (OSS) und beim Import auch am IOSS nicht vorbei. Viele kleinere Shops sind hier noch nicht vollständig aufgestellt, und mit wachsendem Umsatz werden die Pflichten größer.
Wenn du mit YayCurrency mehrere Währungen in deinem WooCommerce-Shop anbietest und aktiv in andere EU-Länder verkaufst, solltest du sicherstellen, dass deine steuerliche Abwicklung dahinter Schritt hält. Das Plugin macht das Einkaufserlebnis nahtlos. Die Steuerlogik dahinter muss genauso sauber sein.
Digitale Dienste und Marktplätze: DSA im Blick
Wenn dein WooCommerce-Shop Drittanbieter, Seller-Accounts oder nutzergenerierte Inhalte (z. B. Bewertungen) enthält, greift möglicherweise der Digital Services Act (DSA). Dann kommen Pflichten dazu: Mechanismen zur Meldung illegaler Inhalte, Transparenz bei Ranking und Werbung, Beschwerdemöglichkeiten für Händler.
Für reine Einzelhändler ist das weniger relevant, aber wer eine Plattform betreibt oder einen Wholesale-Bereich für B2B-Kunden anbietet (z. B. mit Yay Wholesale B2B für WooCommerce), sollte prüfen, ob und in welchem Umfang der DSA zutrifft.
Die Klassiker, die trotzdem immer wieder für Abmahnungen sorgen
Manche Pflichten sind nicht neu, aber sie bleiben die häufigste Quelle für Ärger in Deutschland:
- Impressum: vollständige Anbieterkennzeichnung auf jeder Website
- Checkout-Button: muss „zahlungspflichtig bestellen“ oder gleichwertig lauten
- Preisangabe: Steuern und Versandkosten müssen vor dem Kauf klar ausgewiesen sein
- Widerrufsbelehrung: rechtssicher und gut erreichbar
Und natürlich: GDPR/DSGVO. Rechtsgrundlagen für Datenverarbeitung, Datenschutzerklärung, Cookie-Consent, Auftragsverarbeitungsverträge, das bleibt das größte Dauerthema.
Für WordPress-Websites gibt es das Plugin Ninja GDPR Compliance, das Websitebetreiber dabei unterstützt, grundlegende DSGVO-Anforderungen technisch umzusetzen, von Datenschutzhinweisen bis hin zu Nutzeranfragen zu gespeicherten Daten.

Wer mit YayMail seine WooCommerce-E-Mails anpasst, sollte außerdem sicherstellen, dass transaktionale E-Mails keine unnötigen Tracking-Pixel enthalten und Abmeldemöglichkeiten für Marketing-E-Mails klar kommuniziert werden.
Wo du jetzt anfangen solltest
Du musst nicht alles auf einmal lösen. Hier ist eine realistische Prioritätenliste:
- Kündigungsbutton einrichten: Deadline 19. Juni 2026, kein Aufschub
- Accessibility-Audit: technische Umsetzung braucht Vorlaufzeit
- GPSR-Check: Produktseiten und Lieferkette prüfen
- LUCID + PPWR: Verpackungspflichten aktualisieren
- Preistransparenz: Rabattdarstellung und Bewertungslogik prüfen
- DSGVO und Cookie-Consent: regelmäßiges Review, kein Einmal-Thema
Wer seinen Shop in Deutschland ernsthaft betreibt, kommt um diese Themen nicht herum. Aber mit den richtigen Tools und einem klaren Plan ist Compliance kein Vollzeitjob, sondern eine Grundlage, auf der du vertrauensvoll verkaufen kannst.
Fragen dazu, wie sich bestimmte WooCommerce-Plugins in deinen Compliance-Stack einfügen? Schreib uns gerne in den Kommentaren.

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